Gesetzliche Krankenversicherung

Da ich in einer Privatpraxis tätig bin, können die Behandlungskosten nur im Rahmen des sogenannten Kostenerstattungsverfahrens übernommen werden. Dieses Verfahren wurde eingeführt, da es je nach Region zu teilweise unzumutbaren Wartezeiten bei Psychotherapeuten mit einem Kassensitz kommt. Gesetzesgrundlage ist §13 Abs.3 SGB V („Notfallregelung bei Unterversorgung“).

Seit dem 01.04.2017 gibt es neue Psychotherapierichtlinien, die einen besseren Zugang für Patienten zur Psychotherapie sicher stellen sollen. Dafür wurden die Terminservicestelle (TSS) bei der Kassenärztlichen Vereininigung Nordrhein und psychotherapeutische Sprechstunden bei den kassenärztlichen Kollegen eingerichtet.

Die TSS soll einerseits Sprechstundentermine andererseits Therapieplätze vermitteln. Ab dem 01.04.2018 ist das Aufsuchen einer psychotherapeutischen Sprechstunde für Patienten vor dem Beginn einer Psychotherapie verpflichtend. Wenn ein Patient die TSS nutzt, hat er jedoch kein Recht, sich den Behandler noch die Zeit oder den Ort der Behandlung auszusuchen.

Bei den psychotherapeutischen Sprechstunden soll eine erste Beratung durch einen kassenärztlichen Psychotherapeuten erfolgen. Zum Abschluss des Gesprächs soll dem Patienten eine Empfehlung für eine Folgebehandlung (z.B. Psychotherapie, stationäre Behandlung, Beratungsstelle, etc.) erteilt werden. Wichtig ist, dass es sich bei der Sprechstunde nicht um eine Psychotherapie handelt! So heißt die Zusage für eine Sprechstunde nicht, dass Sie bei dem Therapeuten auch die Therapie machen können.

Die Terminservicestelle erreichen Sie unter der Rufnummer 0211 / 5970 8990.

Leider wurden jedoch keine neuen Psychotherapiekapazitäten in Form von Kassenzulassungen geschaffen, so dass die Versorgung mit einer Richtlinienpsychotherapie häufig weiterhin nicht zeitnah erfolgen kann. Sollten weder der Patient noch die gesetzliche Krankenkasse einen ambulanten Psychotherapieplatz finden, besteht ein gesetzlicher Anspruch auf die Kostenerstattung einer Psychotherapie bei einem privat niedergelassenen Psychotherapeuten. Interessant sind dazu auch diese Beiträg der Tagesschau und des Spiegels.

Um die Kostenübernahme durch Ihre gesetzliche Krankenversicherung zu beantragen, sind in der Regel folgende Schritte notwendig.

  • Kontaktieren Sie Ihre Krankenkasse und erkundigen Sie sich nach der Möglichkeit der Kostenübernahme für eine ambulante Psychotherapie im Rahmen der Kostenerstattung. Falls die Krankenkasse direkt ablehnt, fragen Sie nach der Rechtsgrundlage!
  • Führen Sie eine Liste mit bereits kontaktierten kassenärztlichen Psychotherapeuten und deren Angaben zur Wartezeit in ihrer Praxis. Hier reichen in der Regel 5-10 Therapeuten, je nach Vorgabe der Krankenkasse.
  • Lassen Sie sich von einem Arzt (bspw. Ihrem Hausarzt) eine Notwendigkeitsbescheinigung ausstellen. In dieser sollte Ihr Arzt bescheinigen, dass die Aufnahme einer psychotherapeutischen Behandlung (Wichtig: einer Richtlinienpsychotherapie!) zeitnah erfolgen muss und eine mehrmonatige Wartezeit nicht vertretbar ist.
  • Erkundigen Sie sich bei der Terminservicstelle nach freien Psychotherapieplätzen. Falls Ihnen eine Sprechstunde vermittelt wird, nehmen Sie diese wahr. Sie erhalten am Ende davon ein Formular "PTV 11" mit wichtigen Empfehlungen für die weitere Behandlung. Diese können Grundlage für die Beantragung der Kostenerstattung für eine ambulante Psychotherapie sein.
  • Stellen Sie einen formlosen Antrag bei Ihrer Krankenversicherung. Anbei legen Sie das Protokoll mit den kontaktierten Psychotherapeuten mit Kassensitz, das Formluar PTV 11 aus der Sprechstunde und die ärztliche Dringlichkeitsbescheinigung. Ggfs. versende ich parallel dazu meine Approbationsurkunde als Nachweis meiner Behandlungserlaubnis. Teilen Sie mir dafür bitte Ihren Ansprechpartner bei der Krankenkasse mit.

Natürlich können Sie auch bereits vor Antragsbewilligung ein erstes Gespräch bei mir wahrnehmen. In diesem Fall tragen Sie jedoch das volle Kostenrisiko, sollte Ihre Krankenkasse den Antrag ablehnen! Gerne unterstütze ich Sie bei der Antragstellung.

Erweiterte Informationen erhalten Sie auf der Seite der Psychotherapeutenkammer NRW.